Barbara Büttner
Interview mit Barbara Büttner, eidg. dipl. Expertin in Rechnungslegung und Controlling
Übung macht die Meisterin: Der Weg zum Accounting Star
Bei den Prüfungen im Accounting machen neben dem Fachwissen auch Engagement und Durchhaltevermögen den Unterschied aus. Barbara Büttner kann ein Lied davon singen. Ihre Reise zur diplomierten Expertin in Rechnungslegung und Controlling steht exemplarisch für alle, die ein Ziel mit Nachdruck verfolgen. Die Erfolgsstory wird von einem Swiss Accounting Award gekrönt. Das Interview zeigt, wie harte Arbeit und Entschlossenheit zum Erfolg führen können – und liefert konkrete Prüfungstipps.
Ihre beruflichen Wurzeln hat Katharina Werthmann in der Gastronomie. Nach dem Abitur lernte sie Restaurantfachfrau und arbeitete in Hotels, Restaurants und Bistros. Ihr Berufsweg führte sie in einer nächsten Phase als US Tax Specialist in den Bankensektor, bevor sie Anfang 2024 zum Schweizer Ableger eines globalen Hightech-Unternehmens im Bereich von Verteidigung und Sicherheit, Satelliten- und Raumfahrttechnik wechselte. Welche Bildungsentscheidungen die Stellenwechsel begleiteten, erzählt sie im Gespräch.

Als ich von Deutschland in die Schweiz kam, blieb ich der Gastronomie zunächst treu. Das war eine spannende, vielfältige Erfahrung. Als eher introvertierter Mensch bin ich in dieser Zeit offener und experimentierfreudiger geworden. Ich habe mich aber immer mehr für Abrechnungen, Inventur und alle anderen Administrativaufgaben zu interessieren begonnen. Der Plan, in die Buchhaltung zu wechseln, war da eigentlich schon geboren. Da mir ein kaufmännischer Abschluss fehlte, habe ich nebenberuflich das Handelsdiplom gemacht. Dies lieferte mir die Bestätigung, dass ich ein Zahlenmensch bin und das Rechnungswesen genau mein Ding ist.
Barbara Büttner, herzlichen Glückwünsch zu Ihrem Swiss Accounting Award! Was bedeutet Ihnen diese Auszeichnung?
Für mich persönlich ist das eine grossartige Anerkennung und ein schöner Abschluss nach vielen Jahren des Lernens – ich war ja Repetentin. Beruflich befinde ich mich derzeit in einer Phase der Neuorientierung. Da ich über ein breites Fundament verfüge, stehen mir viele Türen offen. Das Diplom habe ich stolz in meinem Büro aufgehängt.
Wie lange hat Ihre Weiterbildungsreise insgesamt gedauert?
Wenn man den Fachausweis im Finanz- und Rechnungswesen sowie den Fachausweis als Personalfachfrau dazu rechnet – einige Zeit … Die HR-Ausbildung liegt allerdings schon 17 Jahre zurück. Dank ihr bin ich auch sehr breit aufgestellt. Die Experten-Weiterbildung habe ich bei der Controller Akademie gemacht. Die erste Prüfung war ein Versuch. Ich wusste, dass ich nicht bestehen würde, da ich mich aus privaten Gründen nicht ausreichend vorbereiten konnte. Mein Mann musste sich mehreren schwierigen Operationen unterziehen, was unser Familienleben auf den Kopf stellte und meine Vorbereitung stark beeinträchtigte. Für den zweiten Anlauf konnte ich das berufliche Pensum reduzieren. Von den vier Personen unserer Klasse, welche die Prüfung knapp nicht bestanden hatten, trat ich als Einzige nochmals an. Es hat sich ausgezahlt!
(Lacht) Natürlich erfüllt mich das mit Stolz. Ich bin in unserer Familie in bester Gesellschaft. Eine meiner Schwestern ist Wirtschaftsprüferin, eine andere Steuerexpertin und die dritte hat einen Bachelor of Science in Berufsbildung. Ihr ist aufgefallen, dass wir drei anderen nun alle einen Abschluss auf Stufe 8 im Nationalen Qualifikationsrahmen (NQR) vorweisen können. Uns Geschwistern ist klar, welcher Aufwand dahintersteckt, und gerade deshalb ist dieser Erfolg für mich besonders schön und bedeutungsvoll. Und dankbar bin ich auch: Ich habe von der ganzen Familie während der Weiterbildung viel Unterstützung erfahren. An den Wochenenden haben sie häufig die Kinder gehütet, damit ich mich dem Lernen widmen konnte.
Genau. Je mehr man übt, desto besser versteht man die Struktur der Aufgaben und die Zusammenhänge. Bei den Fallstudien selbst sind die Fragen oft eher kurz und nicht immer ganz klar formuliert – sie lassen Spielraum offen. Damit hatte ich zu Beginn meine Mühe.
Ich habe die fünf Stunden voll ausgeschöpft, weil die Lösungen schön gebündelt werden müssen. Und an den Inhalten kann man sowieso immer weiter feilen. Jeder Punkt zählt. Das Inhaltsverzeichnis habe ich mir bis zum Schluss aufgespart, denn Formpunkte fallen nicht so sehr ins Gewicht.
Das ist wunderbar. Ich lebe mit meiner Familie im Kanton Aargau, komme aber ursprünglich aus Bern. Deshalb bin ich auch Mitglied der Regionalgruppe Bern Espace Mittelland, habe aber leider noch keinen Netzwerkanlass besucht. Dieses Versäumnis hole ich bald nach – vielleicht bei der 100-Jahre-Feier im Bierhübeli in Bern am 4. April 2025 ...
Der Schlüssel liegt in der Unterstützung des Partners sowie meiner Familie. Mein Mann hat mich stets motiviert und mir gesagt: «Deine TV-Zeit ist vorbei, jetzt heisst es nach unten gehen und weitermachen.» An den Wochenenden hat er auch immer für uns gekocht. Als die Kinder klein waren, war es einfacher, die Balance zu finden. Jetzt, wo meine Kinder 9 und 11 Jahre alt sind, gestaltet sich das etwas schwieriger. Ich habe am Wochenende oft auf vieles verzichtet, konnte mich jedoch immer auf die Rückendeckung meiner Familie verlassen.
Ursprünglich habe ich eine Ausbildung in der Gemeindeverwaltung absolviert. Bis vor kurzem war ich Co-Geschäftsführerin der Märki Innenausbau AG und habe von dort einige Treuhandleistungen übernommen. In unserem Betrieb, einem inzwischen stillgelegten Schlacht- und Zerlegebetrieb, habe ich neben der kaufmännischen Leitung viele weitere Tätigkeiten unter dem Motto «learning by doing» ausgeübt. Inzwischen habe ich die Umwandlung für die Nachfolgeregelung durchgeführt und ein Verkauf des Betriebs steht an. Alles in allem also viel Erfahrung und Wissen. Jetzt braucht es eine Weichenstellung. Die Möglichkeiten mit dem Diplom sind vielfältig. Es könnte die Treuhandbranche, eine neue Stelle im Accounting oder sogar die Selbstständigkeit sein.
In einem spannenden und vielseitigen Job, da ich Herausforderungen und knifflige Aufgaben schätze! Darüber hinaus würde ich mich auch für ein Mandat in einem Verwaltungsrat interessieren.
Interview Bettina Kriegel / Fotos: Patric Spahni